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MACHEN LEICHTERE LAUFSCHUHE SCHNELLER? | Lauf-Coaching

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Hallo allerseits,

Peter Greif ist ein bekannter Deutscher Lauftrainer, der mit seinen Trainingsplänen und seinem Ansatz der "Endbeschleunigung" auch mich schon sportlich auf Trab gebracht hat. Als Newsletter hat er am 01.11.2016 folgenden Text veröffentlicht, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Laufinstinkt Schwaben Augsburg - Leichte Laufschuhe machen schneller - Bild1

Machen schwere Schuhe langsamer?

Quelle: Peter Greif, Newsletter 2016-11-01

Ja, und wie. Das weiß ich schon seit 44 Jahren. Das war das Jahr, in dem ich anfing Leistungssport zu betreiben. Wir liefen zuerst in Tennisschuhen.

Die waren leicht, zerfetzten aber innerhalb von Wochen.

Dann machte sich der geniale Schumacher Eugen Brütting auf die Sohlen. In dem er für uns Läufer den Roadrunner erfand. Wenn ich heute am 27.10.16 die Augen zu mache, dann kann ich immer noch sein Laufgefühl fühlen. Alle Welt wollte in Brütting-Schuhe laufen.

In Wikipedia kannst du nachlesen, wer alles die grauen Treter aus Känguruleder trug:

„Der Grundstein für die Firma Brütting legte im Jahr 1946 der ausgebildete „Schuhmodelleur“ Eugen Brütting mit der Eröffnung einer eigenen Schuhfabrik.

Im Jahr 1965 gründete Brütting den Unternehmenszweig EB-Sport-International, in dem der Schwerpunkt auf Leichtathletik gelegt wurde. 1966 wurde als Erster Arnd Krüger in Brütting-Schuhen Deutscher (Hallen)Meister.

Sein für Athleten verschiedenster Sportarten umfassendes Spezialschuhprogramm setzte sich mit der Zeit durch. Unter anderem wurden Schuhe für Fechter, Gewichtheber, Boxer, Ringer und Läufer angeboten. Die wohl berühmtesten Träger der Marke Brütting waren Liesel Westermann, die bei den Olympischen Spielen 1968 die Silbermedaille im Diskus gewann, Bernd Kannenberg, der bei den Olympischen Spielen 1972 im 50-km-Gehen Gold gewann, sowie Peter Müller, Boxer und ehemaliger deutscher Meister im Mittelgewicht.

Zusammen mit dem neuseeländischen Leichtathletik-Trainer Arthur Lydiard und verschiedenen anderen Sportlern entwickelte Eugen Brütting bereits 1970 den Laufschuh „Roadrunner“, der mit seinem Aufbau aus leichtem Wildleder statt Glattleder mit dämpfender Mittelsohle aus Zellgummi als eine der Urformen moderner Laufschuhe gilt und wegen seiner neuartigen Sichelleisten unter der gesamten damaligen Läuferelite einen hervorragenden Ruf genoss. Zu den anderen Sportartikeln der Firma gehörte u.a. die Sport-/Fußballhose Helmut Haller.“

Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass der Roadrunner für die damalige Zeit gutes Geld kostete. So lief ich zum Großteil mit billigeren „Gurken“ umher. Die waren entweder sauschwer oder mit kurzer Haltbarkeit versehen.

Eines war mir klar: In leichten Schuhen konnte ich schneller laufen, als in den sogenannten „Waldschaden-Tretern“. Die Folge war, das wir beim Einlaufen diese Schuhe trugen, die Leichten wurden erst kurz vor dem Start anzogen.

Nicht zu vergessen, dass wir damals auf den Aschenbahnen bis 10000 m in Spikes liefen.

Bei den ersten Frühjahrsrennen bekamen wir solch einen Muskelkater in den Waden, wie er kaum zu beschreiben ist. Diese Spikes hatten keinen Absatz, wir liefen also durchgängig auf den Ballen. Bis 5000 m kam ich mit dieser Fußhaltung zurecht, danach trat ich mit der Ferse die Asche fest. Und das alles mit 85 kg. Andere, leichtere Läufer hatten damit kein Problem und tänzelten auf den Ballen in das Ziel herein.

Es gibt noch heute eine Menge von Spitzenathleten, die in Spikes auf der Bahn laufen. Aber es wird auch in ganz leichten Straßenrennschuhen gelaufen und da sind wir beim Thema.

Kann man denn in leichten Schuhen schneller laufen, als in schweren?

Und wieviel oder überhaupt werden wir in schweren langsamer laufen? Es gibt genug Gerüchte, die behaupten, dass die geringe Dämpfung der leichten Schuhe keinen guten Abdruck zulässt. Gehört: „Ich diesen gut gepolsterten laufe ich schneller, ich hüpfe richtig.“ Stimmt das? Das Rätsel ist gelöst. Die Laufzeitung „Runners World“ hat eine ganz geschickte Studie in „Alex Hutchinsons Lauflabor“ veröffentlich. Die wir hier in gekürzter Form wiedergeben:

„Wie viel langsamer machen schwere Schuhe?

Irgendwie liegt es auf Hand: Mit einem leichten Schuh läuft es sich leichter und damit schneller als mit einem schweren Modell. Aber welchen Zeitvorteil bringen Studien, die bis in die 1980er-Jahre zurückgehen, zeigen, dass man für jede zusätzliche 100 Gramm an Schuhgewicht ungefähr 1 Prozent mehr Energie verbraucht.

In der Theorie sind Laufgeschwindigkeit und Energieaufwand proportional zueinander. Also sollte eine 1-prozentige Erhöhung der Masse auch eine Laufzeit zur Folge haben, die um 1 Prozent langsamer ist.