EIN WASSERTROPFEN IM LECH | Laufinstinkt+® angewandte Lauftherapie
👟 Ein Wassertropfen im Lech ☀️
Miniaturprosa zur Lesereise des Autors anlässlich der Vorstellung seines Buchs „Laufabenteuer Lech – Von der Donau zur Roten Wand“

Alles Lebendige ist Rhythmus und Bewegung – ein steter, langsamer Dauerlauf vom verborgenen
Ursprung hin zum Licht. So begann mein Erwachen tief unter der „Roten Wand“ im alpinen Vorarlberg in Österreich. Der stille Formarinsee beobachtete meine ersten Momente lediglich als ein türkisfarbener Zeuge. Ich entsprang als klarer Tropfen dem schmelzenden Eis - hiernach direkt in den eilenden Formarinbach stürzend.
Darin blieben meine Verwandten und ich indes nicht lang allein. Auf unserem Weg talwärts vereinigte er sich rauschend mit dem Spullerbach, zig Rinnsalen und anderen munteren Quellbächen. Alle drängten aus den verborgenen Adern der Berge hervor und riefen laut brausend: „Keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit!“. Erst aus ihrer gemeinsamen Kraft gebar sich der junge Lech. Als winziger Teil seiner Seele floss ich, von großer Energie getrieben, unaufhaltsam nach Norden. Es war mein jugendlicher Aufbruch voller Lebenslust als ein Wassertropfen im Lech.
Wild und ausgelassen fröhlich tanzte ich durch das Bergdorf Lech am Arlberg. In der dort so reinen Luft atmete ich den herben Duft von Harz frisch geschlagenen Nadelholzes. Und verließ alsbald die Grenzen Vorarlbergs, schoss durch das felsige Tirol. Dort mich eine Vision ereilte: Weit über mir, auf dem alpinen Lechweg, ein Bursche aus der Nähe Augsburgs seinen Laufinstinkt auslebte. Dorthin trabend, woher ich kam. Während ich – etwas älter geworden – im Tal unter ihm vorbeizog.
Bei Reutte weitete sich unser Strom. Die Landschaft atmete tiefgründig. Die Wolken zogen wie licht-helle Boten aus Märchen über mir hinweg, von der unberührten Natur erzählend. Derweil ich stetig weiter in der fließenden Freiheit meines Flusses dahinglitt, dem mir Unbekannten entgegen. Mit Macht drängte es mich über die Grenze nach Deutschland. Hinein ins idyllisch grüne Allgäu – eine sanfte Landschaft, gleich einem lichten Traum entbunden. Hier schien die Welt in ihrer reinsten, unschuldigsten Pracht zu leuchten: Tiefblaue Seen spiegelten das grandiose Panorama der nahen Gipfel wider. Saftige, smaragdgrüne Alpweiden legten sich wie Wellen über die Hügel. Erfüllt vom fernen Klang der Kuhglocken und dem würzigen Duft von Bergkräutern.
In der Ferne erhoben sich majestätisch die weißen und gelben Silhouetten der Königsschlösser. Wie steinerne Träume ragten sie in den Himmel. Das Allgäu erschien mir als eine Landschaft, wie aus makelloser Harmonie gedichtet. Über ihm sich das goldene Licht des Alpenvorlands ergoss und Himmel und Erde in einem feenhaften Zauber verwob. Inmitten dieser Pracht durfte ich am großen Aufrauschen in Füssen teilnehmen. Mit einem mutigen, funkelnden Sprung warf ich mich vom Lechfall in die Tiefe. Ein Moment tosenden, lachenden Aufschäumens im Sonnenlicht, bei dem ich in tausend glitzernde Perlen zersprang. Kaum hatte ich mich im tiefen Felsbett wieder gesammelt, zog ich durch die weite, majestätische Lechschleife hindurch. Ihr weit geschwungener Bogen wies mir den Weg in das ebenere Alpenvorland. Dort wurde mein Weg zum meditativen Gleichmaß.
Ich passierte die alten Mauern von Landsberg. Dort die Pfade des Lecherlebniswegs mein Ufer säumten und mir vergessene Geschichten von Menschen und Natur zuflüsterten. Derweil ich mich schmeichelnd an die Treppen des Wehres schmiegte und an ihnen hinunterglitt. In Augsburg wandelte sich meine Reise in ein verschlungenes Spiel. Ich ward von den anderen Teilströmen getrennt. Glitt in einem davon durch schlanke Kanäle, küsste das dunkle Holz betagter Mühlräder und lauschte dem Echo vergangener Jahrhunderte.
Zurück mit dem großen Strom vereint, zog er mich hinaus in die weitläufig atmende Landschaft. Nördlich von Augsburg begegnete mir ein anderer Fluss: die Wertach. Von Süden her kommend, mündete sie in den Lech. Ihre eigenen Wasser, ihre Geschichten und die Kraft ihrer langen Reise in unseren gemeinsamen Strom legend. Dadurch weitete sich unser Wesen: Zwei Wege, die eigenständig begonnen hatten, fanden zueinander und verschmolzen zu einem einzigen Lauf. Ich ließ mich von der deutlich kräftiger gewordenen Strömung tragen. Floss, bereichert um fremdes Wasser und seine spannenden Geschichten, weiter durch die sanften Auen von Meitingen. Ward beseelt von einer heiter gelösten Erwartung auf das noch Kommende.
Und dort, wo das Tal ganz flach wurde und der Fluss sich friedvoll immens weitete, begegnete ich ihm wieder: Jenem Läufer, den ich in der Vision gesehen hatte. Auf dem abgeschiedenen Lechmündungsweg kam er mir am Ufer entgegen. Er war im gleichen, ruhigen Takt seines Dauerlaufs unterwegs, den Blick über die Uferlandschaft schweifen lassend, unseren Fluss hinauf. Für ein paar Sekunden kreuzten sich unsere Wege: Ich, der als Wassertropfen dem Meer entgegenzog, und er, der der Quelle meines Flusses entgegenlief. Es brauchte keine Worte; im Vorbeiziehen spürte ich, dass wir denselben Rhythmus des Lebens teilten, jeder in seiner Richtung.
Schließlich erreichte ich Niederschönefeld. Dort, wo sich der Lech von Druck und Eile befreit. Wo er sich zärtlich in die Arme der mächtigeren Donau legt, vollendete sich meine Reise in diesem schönen Fluss. Jetzt aber weitete sich mein flüssiges Sein ins Riesige. Nicht Trauer lag in diesem Aufgehen, sondern die stille, tiefe Gewissheit, reich zu sein. Reich geworden an Bildern. Getragen von der Strömung. Erfüllt von Düften und Dauerfreude, im unaufhaltsamen Lauf in spiritueller Gelassenheit dem Schwarzen Meer zuzuströmen.
Allein jener Bursche aus der Nähe von Augsburg erschien mir in einer neuen Vision. Darin er mit aufgestelltem Nackenhaar – staunend und von seinen Empfindungen berührt – am Ufer des Formarinsees stand. Gebannt von der "Roten Wand" er sich in der Zeit verlor.

Lesereise "Laufabenteuer Lech" | Termine
18. September – Augsburg, Stadtbücherei 19:00-21:00h
23. September – Füssen, Walderlebnis-Zentrum 19:00-21h
24. September – Schongau, VHS 19:00-21:00h
25. September – Landsberg am Lech, VHS 19:00-21:00h
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zum Buch unter:
Buch beziehen über:
Gesundheitssportliche Grüße
Burkhard Boenigk
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Dr. Burkhard Boenigk ist Lauftherapeut DLZ®. 2016 gründete er das gesundheitsfördernde Unternehmen Laufinstinkt+® Therapie & Training Augsburg. In seiner Fachkompetenz ist er breit aufgestellt, als diplomierter Ernährungstrainer + Kräuterpädagoge VA®, Übungsleiter-B DOSB® Prävention + Rehabilitation, Übungsleiter-B DOSB® für Entspannungsverfahren zur Stressbewältigung, Trainer DOSB® Nordic Walking, Blind-Jogging-Guide SZB® und Fachtrainer Diabetikersport Basis DDG®. Im Angebot von Laufinstinkt+® stehen, neben der Lauftherapie, wettbewerbsfreies Lauf-Coaching, Ernährungsstrategien, Kräuterpädagogik und Entspannungsverfahren zur Stresskompensation. B. ist organisiert, im Dachverband für freie, beratende und Gesundheit fördernde Berufe FG® (https://www.freie-gesundheitsberufe.de/). Beruflich organisiert ist er im Verband der Lauftherapeuten VDL®, nach dessen QM-System er zertifiziert und dessen Vertreter er für Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen ist (https://www.lauftherapie-vdl.de/de/). Vom DOSB® und der Bundesärztekammer wurde er für seine nach gemeinsamen verbindlichen Grundsätzen und Qualitätskriterien sichergestelltes Angebot im präventiven Gesundheitsbereich mit den Qualitätssiegeln "Sport Pro Gesundheit" und Zentrale Prüfstelle Prävention ausgezeichnet.

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Anmerkung
Alle in diesem Artikel veröffentlichten Empfehlungen, Rezepte und Anleitungen wurden vom Verfasser sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Ebenso ist die Haftung des Verfassers für Personen-, Sach-
und Vermögensschäden ausgeschlossen.






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